Hallo liebe Outdoor-Freunde, Kitchener ist ein kleines Städtchen, das sich früher Berlin nannte und am Südostzipfel Kanadas gelegen ist. Die einzigen Highlights sind das alljährliche Oktoberfest und der Christkindlmarkt. Man könnte auch sagen, es ist ein Kaff, aber genau das suchen Abenteurer ja: kleine Örtchen, in denen man Lebensmittel tanken kann.
Es gibt kleine Supermärkte mit einer herrlichen Auswahl regionaler Köstlichkeiten. Man findet dort frisches Fleisch, Wurst, herrlich duftendes Brot und Unmengen an Leckereien. Wenn man Glück hat, wird man sogar auf deutsch angesprochen, es leben dort nämlich zahlreiche Menschen, die in das kleine Städtchen ausgewandert sind… das hat beinahe Pioniercharakter.
Empfehlenswert ist der Canusa-Camping-Guide, der führt zielsicher zu allen Campingplätzen in der Nähe. Einen zum Beispiel in wunderschöner, ruhiger Lage, genau am See und dennoch mitten im Wald. Vor Tieren jedweder Art sollte man keine Furcht haben, zwar laufen die Bären nicht im Zehn-Minuten-Takt vor die Linse, und auch die Elche stellen sich nicht sofort in Positur, aber mit Streifenhörnchen (Chipmunks) sollte man unbedingt rechnen. Die sind dermaßen zutraulich, dass sie einem sogar an das Hosenbein hochklettern, um sich Erdnüsse oder andere Leckereien zu erschleichen. Und: man sollte es nicht meinen, vor Bibern wird eindringlich gewarnt! Biber verrichten ihr Geschäft im See und in den Exkrementen befindet sich der Parasit Giardia, der bei Menschen eine Infektion des Verdauungstraktes hervorrufen kann. Das so genannte Biber-Fieber ist in Nordamerika die mit Abstand häufigste Ursache für Durchfälle. Im letzten Jahr (2007) traten in Kanada mehr als 2000 Fälle von Giardiasis auf, die oft von Bauchkrämpfen, Blähungen, Übelkeit und Müdigkeit begleitet wird. Gefahr vermeiden: Geht grundsätzlich davon aus, dass jegliches Wasser verschmutzt ist. Trinkt also niemals, niemals, niemals aus Flüssen oder Seen – so wild, abenteuerlich und reizvoll ihr das vielleicht auch finden mögt. Am besten kocht ihr das Wasser immer ab und wascht euch auch oft die Hände (natürlich mit abgekochtem Wasser!). Damit verringern ihr auch das Risiko einer Ansteckung von Mensch zu Mensch.
Abends am Feuerchen kommen dann weitere ungebetene Gäste: kleines Krabbelgetier und unzählige Mücken! Ein wichtiger Tip: Anti-Mücken-Produkte aus Deutschland sind leider völlig nutzlos! Kauft euch geeignete Produkte, und ruhig auch ein Moskitonetz, wenn ihr in Kanada seid, stopft die Hosenbeine in die Socken und tragt möglichst langärmelige Oberkleidung, sonst werdet ihr womöglich böse zerstochen.
Trotzdem möchte ich euch keine Angst machen, sondern im Gegenteil, darauf hinweisen, dass Kanadas Landschaft und rauer Charme es wert sind, auch ein paar Mückenstiche zu ertragen. Die beste Reisezeit mit mittelwarmem Wetter und viel Licht sind die Monate von Juni bis September.

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