
Als Wanderer ist man unterwegs, das ist schließlich der Sinn und Zweck des Wanderns. Wer auf der Couch liegt, braucht natürlich auch keinen Wanderstock, ob nun von guter oder schlechter Qualität. Zum Kühlschrank und zur Toilette geht es bestimmt auch so ganz gut. Ich aber bin kein Couch-Potato, schon als Kind war ich mit meinen Eltern viel unterwegs. Jedes Jahr waren wir auf einem anderen Campingplatz mit dem Zelt und haben vor Ort per pedes die nähere und auch mal weitere Umgebung erkundet.
Meine Erinnerungen reichen von riesengroßen, unbequem aussehenden Rucksäcken (auf dem Rücken meiner Eltern und zum Glück nicht auf meinem!) Albern aussehenden Wanderhüten aus Filz, schwere Wanderschuhe und natürlich Wanderstöcke aus Holz. Wirklich schöne Stunden erlebte ich bei dem zum Wandern gehörenden Picknick in freier Natur, dem Baden in Seen und Teichen und natürlich dem Wandern selbst. Auch als Kind habe ich mich schon für Flora und Fauna interessiert. Wo sonst bekommt man so tolle Landschaften zu Gesicht, wenn nicht beim Wandern?
Doch nun zu den Wanderstöcken. Die Zeit des guten alten Wanderstabs ist längst vorbei. In jedem Heimatfilm kann man diese einfachen Stöcke, die damals jeder für längere Fußmärsche nutzte, bewundern. Manchmal war das sogar nur ein abgesägter, stabiler Ast. Mein Opa hat mir meinen ersten Wanderstock tatsächlich aus einem Ast zurechtgeschnitzt. Ich weiß noch, wie stolz ich darauf war. Eine wirkliche Hilfe war mir dieser Stock aber natürlich nicht, doch ich kam mir großartig vor. Heutige moderne Wanderstöcke sehen einen Skistock ziemlich ähnlich, sind meist höhenverstellbar, so lässt es sich leichter bergauf (lang)- bzw. bergablaufen (kurz). Als Material wird Carbon verwendet. Für solch einen Stock muss man schon ein paar Scheine hinblättern. Er kann durchaus 100 € kosten.
Andere Stöcke sind aus edlen Hölzern geschnitzt und etwas Besonderes. Diese können wunderschön gestaltet sein. Beispielsweise oben gebogen, gezwirbelt oder mit zahlreichen Verzierungen verschönert. Auch Beschläge oder Plaketten sind oft an solchen Stöcken an einer glatten Seite befestigt. Einen wirklichen Sinn macht ein Wanderstock, meiner Meinung nach, erst beim Bergwandern oder auch wenn schwere Lasten bewältigt werden müssen. Ich kaufte mir vor Jahren einen ziemlich teuren Wanderstock aus Holz, denn ich tatsächlich nur in dem einen Wanderurlaub nutzte. Seitdem habe ich ihn zum Wandern nicht mehr hervorgeholt. Schade eigentlich. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal wieder mit.

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