
Heute möchte ich meine Erfahrungen mit einer Bike-Jacke von Vaude mit euch teilen. Dank des entsprechenden Wetters konnte ich meine Flowride Jacket im April auf Herz und Nieren testen. Die Softshelljacke soll schließlich Wind und Regen so gut wie möglich abhalten, wenn es auf Tour geht. Damit ich ein paar aussagekräftigen Testergebnisse vorweisen kann, habe ich mich auf mein Bike geschwungen und die Flowride einigen Wetterwidrigkeiten ausgesetzt.
Die Flowride-Jacket ist laut Vaude nicht nur winddicht sondern auch wasserdicht. Dafür sorgt die Membran mit einer Wassersäule von 20.000 mm. Ein Vielfaches an Wasserwiderstand, wie es beispielsweise bei Mittelklasse-Zelten üblich ist. Dazu kann die Vaude Jacke mit einer optimalen Atmungsaktivität aufwarten. Die Atmungsaktivität im Alltagseinsatz ist fast schon zu hoch. Hat man darunter nur ein Shirt, wird es bei unter 10°C trotz des Windschutzes ganz schön kalt. Auf dem Bike, während des Fahrens, ist das aber optimal. All diese Eigenschaften sind natürlich in der Herstellung aufwändig, sodass eine gute Fahrradjacken, die allen Anforderungen gerecht werden soll, auch ihren Preis hat. Outdoor-Jacken der eher preiswerten Art bieten höchstens ein Viertel der Atmungsaktivität in g/m2/24h gemessen.
Die Jacke hat ein Gewicht unter 500 g. Das ist nicht wirklich leicht, aber es ist schließlich keine Race-Jacke und dafür ist die Flowride eben auch enorm robust. Erhältlich ist sie in mehreren Farben. Hier sollte kein Wunsch offenbleiben. Nun zur Verarbeitung. Ich kann darüber nur Positives berichten. Die Nähte sind sauber gearbeitet, die Reißverschlüsse sind leichtgängig und doch mit genug Widerstand und auch im Material konnte ich bisher keine Fehler entdecken. In den Säumen und in der praktischen Kapuze gibt es dehnbare Gummizüge, so wie das bei einer wind- und wetterfesten Jacke auch normal ist. Das Rückenteil ist, wie bei Radjacken üblich, hinten ein bisschen länger geschnitten. So bleiben die Nieren und ein Stück vom Allerwertesten trocken, wenn man auf dem Rad sitzt. Innen ist die Jacke mit Mesh gefüttert. Sie hat zwei seitliche Taschen, in die benötigte Kleinigkeiten passen.
Bei der ersten Radtour hatte ich ein wenig Bedenken, dass der weite Schnitt störend ist. Das hat sich aber nicht bewahrheitet. Ich wurde von nichts behindert im Bewegungsablauf. Ein Rascheln der Membran stört manchmal, doch das muss man bei Softshells, denke ich, hinnehmen. Wind- und Wasserdichte kann ich guten Gewissens bestätigen. Es kam kein Windhauch durch, weder durchs Gewebe, noch durch die Reißverschlüsse. Die Kapuze schützt wirklich super, wenn das Wetter eklig ist. Als Fazit meines kleinen Tests, der keine Vollständigkeit garantiert: Die Flowride ist ihren relativ hohen Preis wert, sie ist aufwändig verarbeitet und hält, was sie verspricht. Meinen Anforderungen genügt sie vollauf. Für eine Wettkampf-Jacke ist sie aber zu schwer und zu üppig. Für Alpencross, All-Mountain bis zum schnellen Enduro-Spaß ist sie voll einsetzbar und von Vaude für diese Zwecke auch konzipiert.

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